In der Vorweihnachtszeit häufen sich Brände -
Vor allem Rauchgas ist gefährlich
Endlich ist es wieder soweit:
Wenn die erste Kerze des Adventskranzes angezündet werden darf, beginnt die besinnliche Vorweihnachtszeit. Doch leider steigt in der Adventszeit auch die Zahl der Wohnungsbrände in deutschen Haushalten. Rauchmelder können Brände zwar nicht verhindern, sie helfen aber, die Folgeschäden gering zu halten.
Je näher der Heilige Abend rückt, desto häufiger müssen die Feuerwehren zum Einsatz ausrücken. Mal ist es ein ausgetrocknetes Adventsgesteck, das von einer heruntergebrannten Kerze in Brand gesetzt wird. Auch Kurzschlüsse in der Weihnachtsbeleuchtung oder umstürzende Weihnachtsbäume mit echten Kerzen lösen Brände aus. Jahr für Jahr sterben in Deutschland über 700 Menschen
bei Bränden in ihren Wohnungen. 6000 Brandverletzte müssen mit Langzeitschäden leben, 60 000 Menschen werden leicht verletzt.
Ursachen der Tragödie sind oft, aber nicht immer offenes Feuer oder glühende Zigarettenkippen. „Immer häufiger gehen Brände auch auf technische Defekte zurück: Kein Wunder, stehen doch vielHaushaltsgerätemittlerweile rund um die Uhr unter Strom“, weiß Nancy Haacker von der Firma alarm direct in Rampe bei Schwerin.
Die meisten Brände beginnen mit einer Schwelphase, in der sich Räume schnell mit Rauch füllen. Er ist viel gefährlicher als Hitze und Flammen, denn die Rauchgase sind tödlich. „Vor allem nachts gibt es kaum ein Entrinnen, weil der Geruchssinn im Schlaf nicht aktiv ist“, betont die Fachfrau. 95 Prozent aller Brandopfer sterben an den Folgen einer Rauchvergiftung. Mehr als zwei Drittel von ihnen werden im Schlaf überrascht – und das sehr schnell, denn bereits zehn Atemzüge reichen aus, um zu ersticken.
Wichtig: Alarmsignal muss überall hörbar sein.
Rauchmelder erhöhen die Chancen, sich rechtzeitig in Sicherheit zu bringen, erheblich. Sie sind einfach zu installieren und im Raum so gut wie unauffällig. Montiert werden sollten die Rauchmelder am besten dort, wo ihr Alarmsignal von allen Bewohnern gehört werden kann. Der Rauchmelder wird direkt unter der Decke und möglichst in der Raummitte angebracht. Pro Etage solltemindestens ein Rauchmelder im Flur installiert werden sowie zusätzliche Geräte in den Schlaf- und Kinderzimmern. Für Küche und Bad sind die Geräte dagegen ungeeignet, da durch Wasserdampf ein Fehlalarm ausgelöst werden kann.
Schon bei geringster Rauchentwicklung wecken die Meldegeräte die Bewohner mit einem Signalton. „Sinnvoll ist es, die Rauchmelder mit einer Alarmanlage zu koppeln“, rät Nancy Haacker und erklärt auch, warum das so ist: „Brennt es im Keller und wird dort der Alarmausgelöst, bekommen Bewohner, die sich im Obergeschoss aufhalten, von dem nur im betroffenen Raum ausgesendeten Signalton gar nichts mit.“
Weiterer Vorteil der Verbindung mit einer Alarmanlage: Sind die Bewohner außer Haus, können sie nicht nur im Einbruchs-, sondern auch im Brandfall über das Handy informiert werden.
Momentan ist es sicher in erster Linie eine Kostenfrage, für welche Art von Rauchmeldeanlage man sich entscheidet. Autark arbeitende Geräte vom Discounter sind besser als gar keine Rauchmelder. Künftig, so Nancy Haacker, dürfen allerdings nur noch Funkrauchmelder angeboten werden.
Ab 2010 sind Rauchmelder in allen Wohnungen Pflicht.
Und noch etwas sollte mit Blick auf die Zukunft bedacht werden: In Mecklenburg-Vorpommern müssen bis zum Ende Kommenden Jahres alle Wohnungen mit Rauchmeldern ausgestattet werden. Das schreibt die Landesbauordnung vor. Für Neubauten gilt diese Auflage jetzt schon. Einmalig in der Bundesrepublik ist, dass die Verpflichtung zur Installation von Rauchmeldern vom Eigentümer auf die Mieter übertragen werden darf. Diese sollten sich also beizeiten vergewissern, was auf sie zukommt – und die Anschaffung nicht zu weit hinausschieben.
Denn wer trotz gesetzlicher Verpflichtung keine
Rauchmelder installiert, riskiert im Falle eines Brandes nicht nur den Verlust von Hab und Gut, sondern er verliert auch den Versicherungsschutz.
Verhalten im Brandfall.
Löst der Rauchmelder Alarm aus, gilt es Ruhe zu bewahren und nicht in Panik geraten! Verlassen Sie mit allen anderen Haushaltsmitgliedern umgehend die Wohnung. Halten Sie sich nicht auf, um irgendetwas mitzunehmen!
Bewegen Sie sich bei dichtem Rauch möglichst in Bodennähe!
Halten Sie Türen und Fenster brennender Räume geschlossen, um eine Ausbreitung von Feuer und Rauch zu verhindern! Wählen Sie den Notruf 112, bevor Sie eventuell selbst mit Löscharbeiten beginnen.
Karin Koslik