Statistisch gesehen wird in Deutschland alle zwei Minuten in ein Haus eingebrochen, vor allem in der Urlaubszeit. Weitgehenden Schutz garantieren Alarmanlagen. Doch im privaten Bereich sind die hierzulande kaum verbreitet.
Karin Koslik
Wirkt ein Haus, als seien alle Bewohner ausgeflogen, lädt die ungebetene Gäste geradezu ein. Knapp ein Viertel aller Einbrüche erfolgen spontan, nachdem das Objekt zufällig ausgewählt und kurze Zeit beobachtet wurde. Was sie drinnen erwartet, wissen Einbrecher in aller Regel vorher nicht- das bezieht sich auf Wertgegenstände ebenso wie auf eine eventuell installierte Alarmanlage. Doch während in den USA jedes 5. und in England und Frankreich jedes zehnte Privat- Anwesen damit geschützt ist, hat hier bislang gerade einmal jeder 200. Eigenheimbesitzer in eine Alarmanlage investiert. „Es ist ein weit verbreitetes Vorurteil, dass Alarmanlagen unbezahlbar sind“, weiß Nancy Haacker, Geschäftsführerin der Firma „alarm. direct“ in Rampe bei Schwerin. Zwischen 400 und 1200 Euro müsse man investieren. „Wer zwei-oder dreihunderttausend Euro für sein Haus bezahlt, sollte daran wirklich nicht sparen“, so die Expertin.
Ergänzung durch Rauch-und andere Melder ist sinnvoll.
Welche Anlage im Einzelfall die Richtige ist, hängt von verschiedenen Fragen ab: Wie viele Geschosse hat das Objekt- und wie viele davon sollen mit der Anlage gesichert werden? Leben Kinder im Haus, die die Anlage selbstständig ein-und ausschalten müssen? Gibt es Haustiere? Schlafen die Bewohner bei offenem oder angekipptem Fenster? Wie soll die Alarmierung erfolgen- mit einem akustischen oder optischen Signal? Welche zusätzlichen Komponenten- zum Beispiel Rauch-, Gas- oder Wasserstandsmelder - sollen in die Anlage integriert werden? Egal, wie die Antworten ausfallen: die Installation der Anlage ist ohne großen Aufwand auch in bewohnten Objekten möglich, betont Nancy Haacker. “ Alle Elemente arbeiten autark und werden durch handelsübliche Batterien gespeist“, ergänzt ihr Ehemann Roland Haacker. Kabel müssen also keine verlegt werden. Die einzelnen Komponenten der Anlage- beispielsweise Bewegungsmelder- Tür- und Fensterkontakte oder Lichtschranken- werden bei der Installation bei der Zentrale der Alarmanlage angemeldet. Sendet Eine von ihnen ein Funksignal, wird der Alarm ausgelöst. „ Ratsam ist, neben dem in der Regel akustischen Signal auch eine Alarmierung von vorher festgelegten Telefonteilnehmern zu programmieren!“, so Nancy Haacker. Das kann – bei Abwesenheit am Tage- das eigene Handy sein- aber auch der Anschluss von Nachbarn oder von in der Nähe wohnenden Bekannten. Gegen Entgelt ist auch die Alarmierung eines Sicherheitsdienstes möglich.
Außenhaut-oder Fallensicherung zur Auswahl
Die Überwachung des Hauses kann über eine Außenhaut- oder eine Fallensicherung erfolgen. Bei Ersterer wird der Schwerpunkt der Überwachung auf das Eindringen von Außen gelegt. Das heißt,
alle möglichen Zugänge wie Fenster, Türen oder Luken werden mit Sensoren, die etwa die Größe einer Streichholzschachtel haben, bestückt. Nach Wunsch können sie mit Glasbruchmeldern kombiniert werden. Vorteil dieser Form der Überwachung: Die Bewohner –und auch eventuell im Haus lebende Tiere- können sich frei bewegen, ohne das gleich ein Alarm ausgelöst wird. Bei der Fallensicherung dagegen überwachen Bewegungsmelder die Innenräume. Sie reagieren außer auf Bewegungen auch auf Wärme- die flatternde Gardine löst also keinen Alarm aus, die springende Katze aber durchaus. Scharf- und ausgeschaltet werden die meisten Anlagen mit einer Fernbedienung, die nicht größer als ein Autoschlüssel ist. Leben Kinder im Haus, kann auch ein Chip, der auf ein Steuerelement am Hauseingang gehalten wird, benutzt werden. Eine weitere Alternative wäre die Eingabe eines Zahlencodes an der Haustür. Ganz wichtig ist es, schon von Außen sichtbar zu machen, dass das Haus alarmgesichert ist. Ein Hinweisschild und eine gut sichtbare Leuchte oder Sirene schrecken ungebetene Gäste in vielen Fällen von vorherein ab.
Einbruchschutz im Urlaub
Wer sein Haus längere Zeit leer stehen lässt, sollte vor der Abreise einige Sicherheitsvorkehrungen treffen: