Steigende Kraftstoffpreise setzen die Hemmschwelle zum Diebstahl von Kraftstoffen immer weiter herab. Dieses bundesweit auftretende Phänomen macht auch um Mecklenburg-Vorpommern keinen Bogen.
Wurden in der Zeit vom Mai 2006 bis Mai 2007 noch 864 dieser Diebstahlsdelikte in MV registriert, waren es im Vergleichzeitraum 2007 - 2008 schon 906.
Vor allem seit Beginn dieses Jahres wurden verstärkt Fälle von Kraftstoffdiebstahl registriert.
Eine Betrachtung der Vergleichszeiträume jeweils vom 01. Januar bis 31. Mai der Jahre 2007 und 2008 ergab mit 373 registrierten Anzeigen eine Zunahme um 27,9 % der Fälle in Mecklenburg-Vorpommern.
Die überwiegende Zahl der festgestellten Sachverhalte konzentrierte sich auf die Entwendung von Dieselkraftstoff. So sind vor allem Arbeitsmaschinen und Fahrzeuge auf Baustellen und landwirtschaftlichen Betrieben Ziel der Kraftstoffdiebe.
Dabei bilden abgestellte LKW den Schwerpunkt. Angegriffen werden die Fahrzeuge sowohl innerhalb umfriedeter Gelände als auch in öffentlich zugänglichen Bereichen. Begünstigende Umstände sind hier u.a. die schwer überschaubaren Abstellflächen und die ggf. leicht zu überwindenden Umfriedungen, vor allem aber ungesicherte Tankbehältnisse in oder an den Fahrzeugen und Zugmaschinen.
Weiterhin werden oft unter Umgehung von mehr oder weniger wirksamen Sicherungsmaßnahmen meist abgelegene Tankanlagen für Firmenfahrzeuge, z.B. von Kiesgewinnungsanlagen, Autobahnbaustellen sowie Agrarbetrieben angegriffen. Dabei suchen die Täter vorwiegend in den Nachtstunden die Tatorte auf.
Die hier entwendeten Diebstahlsmengen betrugen im Einzelfall bis zu 3.000 Liter Dieselkraftstoff. Aus den einzelnen Fahrzeugen wurden Mengen zwischen 60 und 400 Litern entwendet.
Ein regionaler Schwerpunkt kann in diesem Zusammenhang nicht benannt werden, die Delikte sind über ganz Mecklenburg-Vorpommern verteilt. Einzig im Bereich der Polizeidirektion Anklam ist mit 9,1 % der Anzeigen eine deutlich geringere Fallzahl als in den anderen Polizeidirektionen zu verzeichnen.
Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern gibt zur Verhinderung von Kraftstoffdiebstahl folgende Hinweise an Firmen sowie Privatpersonen:
„Die Entwicklung des Kraftstoffdiebstahls in MV ist durch die Polizei erkannt worden. Als Folge dessen finden entsprechende Bekämpfungsansätze Eingang in die Konzepte der polizeilichen Gefahrenabwehr und der Kriminalprävention“ so der Direktor des Landeskriminalamtes Mecklenburg-Vorpommern, Herr Prof. Ingmar Weitemeier
Pressemitteilung Landeskriminalamt Mecklenburg-Vorpommern
September 2008.